Preise und Leistungen eines Hochzeitsfotografen

Früher stand hier einmal, dass ich Brautpaaren, die mir die Frage stellten

“Wir heiraten am XX.X. und würden gerne wissen wie teuer es ist, wenn Du von uns Fotos machst?”
gerne schon mal renitent geantwortet habe:  “Ein viertel oder ein halbes Pfund?  Wurst oder Käse?”  🙂

Das sorgte für einen Schmunzler und ich hatte das Gefühl, das nachfolgende Gespräch für ein gegenseitiges Verständnis geöffnet zu haben. Der Sinn dieses Satzes war schnell klar, er sollte dem Brautpaar etwas ähnliches signalisieren wie: “Keine Leistung ist vergleichbar, mein Käse schmeckt anders, ist Bio, handgemolken, nur die besten Zutaten, etc.”

Also habe ich verschiedene Musterentwürfe zum Artikel „Preise und Leistungen“ geschrieben, mal mit und mal ohne Angabe von Preisen, und habe ehemalige Brautpaare gefragt, ob ich diesen oder jenen Text nehmen soll, um transparent zu machen, was ein professioneller Hochzeitsfotograf als Honorar bekommen darf. (Eine Auswertung aus 2015 aus mehr als 500 Fotografen findet Ihr übrigens hier: Christoph Gorkes „Was kostet ein Hochzeitsfotograf?„)

Und ich bekam Zustimmung und OKs: Nimm den oder den, das passt!  Und dennoch war ich mit diesen Texten nicht glücklich. Bis mir auffiel warum. Ich fragte Paare, die meine Leistungen bereits einzuschätzen wussten, die mich am Tag Ihrer Hochzeit erlebt hatten. Ehepaare, die wissen, wie ich an eine Hochzeit herangehe, welche Arbeit ich mir mache, wieviel Zeit, Herzblut und persönliche Teilnahme jede Hochzeit für mich bedeutet. Die bestätigen würden, dass sie jeden Euro meines Honorars sofort wieder ausgeben würden. Paare, die wussten, was sie bekommen hatten.

Und im Nachhinein ist es immer leichter, den Wert einer Leistung einzuschätzen.

Aber an diesem Punkt seid Ihr noch nicht, Ihr habt gerade die Webseite eines Fotografen aufgerufen, dessen Fotos Euch gefallen und zusagen, weil sie sich vielleicht aus der Masse abheben, anders sind. Einen Menschen, den Ihr aber noch kein bisschen kennt, dessen Anspruch an sich und seine Fotografie Ihr noch nicht beurteilen könnt.

Lasst uns das also ändern. Lasst uns also vornehmlich einmal über Leistungen schreiben, über Art, Umfang und Qualität des Angebots. Und wenn Ihr diese Einstellung teilen könnt, dann lasst uns über das Honorar sprechen. Eines trotzdem vorweg: Ich bin nicht der Günstigste, aber bei weitem auch nicht der teuerste Hochzeitsfotograf (auch nicht im lokalen Umfeld)

 

Was müsst ihr also wissen?

 

In der Hochzeitssaison fotografiere ich vornehmlich Hochzeiten, wenig Anderes.

Weil ich diesen Beruf hauptberuflich ausübe, sollt Ihr die Ergebnisse Eures schönsten Tages zeitnah erhalten. Zeitnah bedeutet für mich nicht in zwei oder drei Monaten oder später, sondern in maximal vier Wochen, in der Regel binnen 14 Tagen sollt Ihr Eure Erinnerungen in den Händen halten. Gerade zum richtigen Zeitpunkt, um Euch die positiven Glücksgefühle Eures großen Tages wieder hervor zu holen, sie sofort wieder fühlbar zu machen. Somit bleibt für mich wenig Zeit für andere Tätigkeiten. Denn eine Hochzeit bedeutet mehr als die vielleicht 8 oder 12 Stunden, die ich mit Euch am Tag Eurer Hochzeit verbringe. Mit Kommunikation, Vorgesprächen, Vorbereitung, Nachbearbeitung, vielleicht Albendesign, kommt gut und gerne die vier- bis fünffache Zeit Eurer Hochzeitsbegleitung, also durchaus auch 40 bis 50 Stunden an Aufwand für Eure Hochzeit zusammen.


Ein Samstag ist ein Samstag, ein Freitag ein Freitag und unter der Woche ist was anderes

Samstag
Das heißt, ich fotografiere Samstags ausschließlich Hochzeitsreportagen. Eine Hochzeitsreportage ist für mich die fotografische Erzählung Eures Hochzeitstages. Sie wird emotional sein, sie wird umfassend sein. Euer großer Tag festgehalten in möglichst allen Facetten und Momenten, die ihn zu dem besonderen Tag machen, den Ihr Euch so lange und innigst herbeigewünscht habt und in den Ihr, aber auch ich, im Vorfeld soviel Mühe, Liebe und Aufwand gesteckt habt.

Freitag
Eigentlich ist ein Freitag wie ein Samstag. Auch hier fotografiere ich vornehmlich Hochzeitsreportagen. Aber wenn ich denn am Samstag schon eine Hochzeitsbuchung habe, dann vermeide ich Ganztagesbegleitungen am Freitag. Denn schließlich möchte ich am Samstag auf der Hochzeit frisch und ausgeruht erscheinen. Also scheut Euch nicht, für den Freitag eine kleine Begleitung anzufragen, gerne auch kurzfristig.

Und wenn´s mal umgedreht ist, Freitag lang und Samstag kurz? Ja, auch das geht, nur bitte beginnt dann nicht am Samstag um 9 Uhr! 🙂

Unter der Woche
Tja, unter der Woche sitze ich ja wie schon beschrieben an der Bearbeitung der Hochzeitsreportage. Das heisst nicht, dass ich dann nicht fotografieren würde, denn Hochzeiten fotografieren ist schöner als Hochzeitsbilder bearbeiten. 🙂 Unter der Woche bin ich daher für Euch auch für kleinere Begleitungen oder ausschließliche Paarshootings verfügbar.


Mein Anspruch

Ich habe einen gewissen Anspruch an meine Fotos. Das gilt für den Prozess der Erstellung, also meine Arbeitsweise, wie auch für die Präsentation der von mir erstellten Fotos.

So werdet Ihr es nie erleben, dass Fotos Out-of-the-cam, also ohne weitere Bearbeitung an Euch abgegeben werden. Keines!

Raw-Fotos direkt aus der Kamera sind wie Negative. Um endgültig ein Foto zu sein, müssen Sie entwickelt werden. Und das mache ich in meiner Nachbearbeitung. Bei jedem Foto!

Den gleichen Anspruch habe ich natürlich auch bei der Präsentation Eurer Fotos. Eure Hochzeit ist ein einzigartiger, wunderbarer Tag, und so wie Ihr diesem Tag mit alle Eurem Engagement und vielen tollen, kleinen Ideen einen passenden und einzigartigen Rahmen gebt, so möchte ich dies auch mit meinen Fotos tun. Eure Hochzeitsbilder gehören nicht in ein Kartonbuch eines Billiganbieters und Eure Abzüge sollten hochwertiger sein als ein Ausdruck aus einem Sofortbilddrucker beim Discounter!

Und natürlich erhaltet Ihr alle Eure Bilder digital. Wir machen ja eine Reportage, da gehört ein Foto Eurer Patentante ebenso zu, wie ein Foto Eures Blumenmädchens oder des Standesbeamten. Ich dokumentiere für Euch Euren großen Tag. Ohne versteckte Mehrkosten!

 

Euer Anspruch und der Anspruch Dritter

Ihr solltet von Eurem Hochzeitsfotografen erwarten dürfen, dass er Euch in den Mittelpunkt des Tages stellt und nicht sich selbst. Deshalb versuche ich, so wenig aufzufallen wie möglich. Ich möchte als Gast, ja als Freund des Brautpaares, der Familie, durchgehen. Denn als Gast bin ich Teil der Hochzeitsgesellschaft, bin ansprechbar, möchten mitlachen und gerührt sein. Möchte teilhaben an Eurem Glück, an der Freude und Stimmung des Tages. Denn so bekomme ich, was ich will. Emotionen bei Euch, Euren Eltern und Geschwistern, Euren Gästen. Und kann sie aufs Bild bannen. Für immer.

Damit ich nicht auffalle, sehe ich so aus wie Eure Gäste, bin adäquat gekleidet (lediglich die Krawatte spare ich mir gerne, soviel Künstler muss sein). Ich bewege mich möglichst unauffällig, bin aber nah dabei. Denn nur wer nah dabei ist, verpasst keine Momente. In der Kirche weiß ich um die Abläufe, das wissen nicht nur die Geistlichen zu schätzen.

Ich bin immer aufmerksam, was mich für Dritte manchmal zu einem schlechten Gesprächspartner macht, weil ich häufig irgendwo wieder etwas aufgenommen habe, was ich fotografieren muss und somit oft abrupt einen kleinen Smalltalk beende.

Ich bin informiert. Über den Ort der Trauung, der Stelle unseres Paarshootings und der Location der Party.

Ich weiß, mit wem ich es zu tun habe. Wer Ihr seid, wie Ihr einzeln und miteinander als Paar tickt, was Ihr mögt und was nicht. Ich weiß eine Menge, denn ich nehme mir Zeit für Euch. Wir telefonieren öfters, mit vielen Paaren regelmäßig. Gerne auch über Hochzeitsthemen abseits der Fotografie, denn ich habe schon viel auf Hochzeiten gesehen und kann Euch mit vielen Tipps und Tricks zur Seite stehen. Oder über ganz andere Dinge. Man muss nicht Freund des Paares werden, aber es erleichtert die Sache ungemein.

Damit beginne ich ab morgen. Sobald Ihr Kontakt zu mir aufgenommen habt.

 

Ich erfahre Dinge über Eure Familien, spreche mit dem Geistlichen und den Trauzeugen. Um möglichst viel zu erfahren, über Euch, über Abläufe, über Euren großen Tag.

Und nach der Hochzeit? Bin ich nicht weg. Wir schauen uns in der Regel gemeinsam Eure Fotos an und wir sehen uns bis zum Ende des Jahres meist noch wieder. Mit vielen meiner Paare hab ich noch Jahre nach Ihrer Hochzeit innigen und häufigen Kontakt.

 

Ich könnte jetzt noch viel, viel mehr schreiben. Über Erfahrung, Weiterbildung, Unterschiede zu Hobbyfotografen, aber ein bisschen muss ja noch für unser Vorgespräch bleiben.

 

Eine Empfehlung möchte ich Euch aber noch mitgeben, für den Fall, dass Ihr mit mehreren Fotografen sprecht:

Bittet Euren Hochzeitsfotografen immer, Euch eine oder mehrere reale Hochzeitsreportagen zu zeigen. Bild für Bild. Verlasst Euch nicht allein auf das, was Ihr im Blog gesehen habt. Vielleicht sind dies Fotos aus After-Wedding-Shootings, die an einem Tag nach der Hochzeit, bei bestem Wetter und mit viel mehr Zeit fotografiert wurden? Oder es sind sogenannte “styled shots”, also mit professionellen Models erstellte Fotos, oder Fotos, die auf Seminaren für Hochzeitsfotografen erstellt wurden. Nochmals: Seht Euch reale Hochzeiten an. Und nicht nur ein Foto. Lasst Euch dass zeigen was Euch besonders am Herzen liegt. Und wenn Euer Kandidat Euch das zeigt was Ihr sehen möchtet, dann macht ihn zu Eurem Fotografen!

Fragt Euren Fotografen einmal nach einer Schlechtwetter-Hochzeit. Fragt ehemalige Brautpaare oder Gäste von Hochzeiten nach dem Hochzeitsfotografen. Fragt nach seinem Auftreten während des Tages, nach seinen Bemühungen im Vorfeld der Hochzeit. Jeder professionelle Fotograf sollte genügend zufriedene Brautpaare haben, die seine Arbeit adäquat bewerten können und sich als Referenz bereit stellen.

Geht zu Euren Kandidaten und führt ausgiebige Gespräche. Lernt Eure Kandidaten kennen, schaut ob Ihr auf einer Wellenlänge liegt. Dann entscheidet Euch!

Für mich gehört ein persönliches Gespräch übrigens unbedingt zu einer Ganztagesbegleitung dazu.

 

Und was müssen wir nun investieren?

Für mich gilt:

Jede meiner Hochzeiten ist einzigartig. Deshalb schneide ich meine Leistungen und Angebote individuell auf die Wünsche und Vorstellungen meines Brautpaares zu.

Das beginnt, wie schon geschrieben, mit der Dauer der fotografischen Begleitung. Und die Frage, ob ihr neben der Fotografie noch andere Leistungen wünscht oder benötigt, z.B. Fotoalbum, Engagement-Shooting, Einladungskarten, Gästebuch, Danksagungskarten, Diashow, Onlinegalerie, Photobooth, sollte ebenfalls schon vorher beantwortet sein. Pakete von Leistungen aus einer Hand sind zumindest preislich interessanter als die Einzelleistungen.

Ihr seht, die oben gestellte Frage wird erst genau zu beantworten sein, wenn wir miteinander gesprochen haben. Wenn Ihr mir Eure Vorstellungen und Wünsche genannt habt, unterbreite ich Euch gerne ein Angebot. Dazu solltet Ihr mich einmal in meinem Studio in Rees besuchen (bitte nur nach Voranmeldung) und Euch alles einmal in Ruhe und unverbindlich anschauen. Gerne plane ich dann mit Euch Euren Hochzeitstag bereits ein wenig und wir finden gemeinsam die für Euch optimale Lösung.

 

Professionelle Fotografen, und damit meine ich die, die damit hauptberuflich ihren Lebensunterhalt bestreiten (auch hier gibt es Gute und weniger Gute, ebenso wie bei den nebenberuflich Tätigen und Hobbyfotografen die im Markt sind), werden Euch Preise zwischen 150 und 300 Euro je Stunde vor Ort nennen. Einige ganz renommierte KollegInnen werden auch darüber liegen, nur ganz wenige darunter.

Das sind keine Fantasiepreise, wie manchmal spekuliert wird, sondern reelle und wirklich wirtschaftlich kalkulierte Preise. Preise darunter sind unwirtschaftlich und für einen selbständigen hauptberuflichen Fotofragen auf Dauer nicht realisierbar.

Ich für meinen Teil liege etwas unterhalb der Mitte der genannten Preisspanne.

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